Keine Bildung ohne Medien(pädagogik in der Schule)?!
Dienstag, März 29th, 2011Am vergangenen Donnerstag und Freitag (24. & 25. März) war es soweit: Zusammen mit Alex war ich beim Medienpägagogischen Kongress “Keine Bildung ohne Medien!” an der TU in Berlin. Gemeinsam haben wir die Arbeitsgruppe “Medienbildung in der Hochschule” vorbereitet (darüber hat Alex bereits hier berichtet), die am ersten Tag (parallel zu zwölf weiteren AGs) des Kongresses die Aufgabe hatte, politische Forderungen zur nachhaltigen Verankerung von Medienbildung/ Medienkompetenzförderung/ Medien im Allgemeinen an der Hochschule zu formulieren. Bereits im Vorfeld konnten wir eine Reihe von Experten mobilisieren, mit einem Statement die Diskussionsgrundlage für diesen Tag zu liefern. Die vollständigen Statements finden sich hier; das zusammenfassende Positionspaper ist über die kBoM-Homepage abrufbar.
Ich bin ohne große Erwartungen nach Berlin gefahren, da bis zur letzten Minute einige Dinge unklar waren: Wie viele Teilnehmer würde unser Workshop haben? Ist die Teilnehmergruppe eher heterogen oder homogen? Haben wir einen Beamer vor Ort? Trotz der Unplanbarkeiten haben wir uns dafür entschieden, einen “echten” Workshop zu gestalten. Wir haben weniger auf Input in Form von (von uns ja zuvor online zur Verfügung gestellten) Statements gesetzt, als darauf, tatsächlich gemeinsam mit der Gruppe konkrete Forderungen auszuarbeiten. Ganz ohne Input ging es aber doch nicht – ein herzliches Dankeschön geht deswegen an Marc Krüger und Wolf Hilzensauer für ihre Kurzstatements. Mit insgesamt ca. 15 Teilnehmern ließ sich dieses Vorgehen dann auch sehr gut umsetzen: Wir haben in (noch kleineren) Kleingruppen relevante Themen und Ideen auf Karteikarten gesammelt, dann geclustert und konnten uns dadurch Schritt für Schritt konkreten Forderungen annäheren, die schließlich im Plenum noch diskutiert und “verabschiedet” wurden. Die Forderungen aller AGs sind übrigens hier auf der kBoM-Homepage dokumentiert – wenn auch leider sehr versteckt. Fazit für Tag 1: durchaus zufriedenstellend.
Leider konnte Tag 2 meine (bis dahin gewachsenen) Hoffnungen nicht erfüllen. Was bereits am ersten Tag einen faden Beigeschmack brachte – abgelesene Reden über Sachverhalte, über die gemeinhin Konsens besteht – erstreckte sich quasi über den gesamten zweiten Tag. Die am Vortag ausformulierten Forderungen wurden leider nicht in diese Podiums”diskussionen” der Experten und Politiker eingebunden (und auch nicht verteilt und auch nicht online verfügbar gemacht), so dass am Ende das Gefühl bleibt, für die Schublade gearbeitet zu haben. Inhaltlich gesehen dominierte am zweiten Tag zudem wieder das Thema “Medienkompetenzförderung in der Schule”. Die Chancen, die Medien nicht nur als Inhalt, sondern auch als Methode für jede Form von Bildungssituation bieten, wurden quasi nicht thematisiert. Mit der Forderung “Keine Bildung ohne Medien!” hätte ich besonders diesen letztgenannten Punkt verbunden.
Es ist schade, dass die gebotenen Potenziale nicht ausgeschöpft werden konnten. Wie schön wäre es gewesen, wenn die am ersten Tag verfassten (zugegebenen noch sehr wissenschaftlichen) Formulierungen am nächsten Tag mit Politikern im Detail hätten diskutiert werden können? Neben dem inhaltlich bestimmt interessanten Diskurs hätte es so auch eine echte Chance gegeben, zu politischen Forderungen zu gelangen.
Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie es weitergehen wird. Die vorgestern erschienene Presseerklärung war für mich – bezogen auf diesen Punkt – noch nicht besonders erhellend. Auch hier taucht übrigens keine der von unserer AG formulierten Forderungen auf… Ich werde berichten.
